Faktenblatt: 18) Fussabdruck Methode

Der Vergleich des ökologischen Fussabdruckes eines Landes mit seiner Biokapazität zeigt auf, inwieweit das Land seine natürliche Umwelt belastet.

Der ökologische Fussabdruck ist ein Arbeitsmodell, um den Verbrauch der Ressourcen weltweit vergleichbar darzustellen; dieser Verbrauch wird mit dem Angebot an Ressourcen, der Biokapazität, verglichen. Wenn der Fussabdruck grösser ist als die Biokapazität, so ist das Verhalten nicht nachhaltig.

Der ökologische Fussabdruck:

Der ökologische Fussabdruck ist eine Art „Ressourcenbuchhaltung“. Sie zeigt auf, inwieweit der Mensch die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Umwelt ausschöpft. Die Methode rechnet unseren jährlichen Verbrauch an natürlichen Ressourcen (für die Nahrungsmittel- und Faserproduktion, die CO2 Absorption und als Siedlungsfläche) in produktive Flächeneinheiten um, die notwendig sind, um diese Ressourcen auf erneuerbare Weise und gemäss dem Stand der Technik bereitzustellen. Der ökologische Fussabdruck drückt also unterschiedliche Konsumformen als Flächenbedarf aus. Gemessen wird in sogenannten „globalen Hektaren“ (gha): Hektaren mit weltweiter Durchschnittsproduktivität. Er setzt sich aus Anteilen von Ackerbau, Weidewirtschaft, Waldwirtschaft, Fischerei, CO2-Emissionen und Siedlungen zusammen.

Die Biokapazität:

Die Biokapazität ist ein Mass für das biologisch produktive Land und Gewässer, das den Menschen zur Verfügung steht, um ein Jahr lang gemäss dem Stand der Technik wirtschaften zu können: Das biologisch produktive Land umfasst Ackerland, Weiden, Wald, Gewässer, aber nicht Wüsten, Gletscher und offener Ozean. Sie wird in globalen Hektaren (gha) ausgedrückt.

Wenn der Fussabdruck der Menschheit die Biokapazität der Welt übersteigt, führt das zur globalen Übernutzung der Natur, ist nicht nachhaltig und führt – unter anderem – zu einem CO2–Anstieg in der Atmosphäre.

Bei gegebener Bevölkerung kann der ökologische Fussabdruck gesenkt werden durch Verminderung des Verbrauchs oder durch eine verbesserte Ressourceneffizienz.

Bei gegebener Bevölkerung kann die Biokapazität für ein Land verbessert werden durch verbesserte Bewirtschaftungsmethoden oder durch Vergrösserung der Fläche; als ausserordentliches Beispiel dafür kann Chinas Bewirtschaftung von Landwirtschaftsland in Afrika dienen, z.B. in Mozambique, Sambia und Uganda.

Wenn auf einer Fläche die Biokapazität pro Kopf grösser ist als der Fussabdruck pro Kopf, so besteht noch Reserve an Biokapazität. Wenn sie aber kleiner ist, so besteht ein Defizit (overshoot) an Biokapazität. Eine wachsende Bevölkerung eines Landes verursacht somit zwingend einen höheren ökologischen Fussabdruck und ein höheres Defizit an Biokapazität des betreffenden Landes.

Der ökologische Fussabdruck misst nicht alles:

Der ökologische Fussabdruck berücksichtigt nur einen Teil der Umweltdimensionen der Nachhaltigkeit: Die Dimensionen Gesellschaft und Wirtschaft werden ausser Acht gelassen. Ausserdem misst der Fussabdruck den Fluss und nicht den Bestand an natürlichen Ressourcen. Der Verlust von Lebensraum, von erneuerbaren oder nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen sowie von Biodiversität, der Süsswasserverbrauch oder die Umweltbelastung durch Schwermetalle und durch die Emission schwer abbaubarer Schadstoffe werden nicht berücksichtigt. Der ökologische Fussabdruck ist somit kein vollumfänglicher Nachhaltigkeitsindikator.

Quelle: Bundesamt für Statistik (bfs)

Aktualisiert am 26.01.2023